Walpurgisnacht / Beltane 20.04.2021

 

Nun naht die Zeit der Walpurgisnacht oder Beltane, welches in der Nacht zum 1. Mai  gefeiert wird. Beltane ist im irischen Kalender der Sommeranfang. (auch: Beltene, Beltaine) 

Sagen- und mythenumwoben seit jeher. 

In der Walpurgisnacht sind alle Zauberkräfte frei, sagt man. Ein Bild, das sich vielen aufdrängt, sind die Hexen die in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai auf ihren Besen um den Blocksberg fliegen. Vielmehr haben die Kräuterfrauen und Heiler sich mit psychoaktiven Pflanzen und Tänzen in Trance versetzt.  Sie verwendeten vielfach Nachtschattengewächse, wie Bilsenkraut, Tollkirsche,  Stechapfel, Tollkirsche, aber auch Pflanzen wie Eisenhut, Eibe, Schlafmohn, und vieles mehr. Dazu wurden Tränke gebraut und Flugsalben gerührt, deren Verwendung aber einer speziellen Diät bedingte.  Auch wurden Kräuter geräuchert  / geraucht um den Göttern & Geistern näher zu sein.  Die Feste waren erfüllt mit Sinneslust und Erotik, das wiedererwachende Leben wurde begrüßt. 
Die Walpurgisnacht wird als Mondfest zwischen Frühlings-Tagundnachtgleiche sowie Sommersonnenwende gefeiert.  Diese extatischen Feste waren der katholischen Kirche natürlich ein Dorn im Auge.  Im Zuge der Christianisierung wurde der 1. Mai der heiligen Walpurga zugesprochen.  Es gibt auch Berichte dass Bauern eigene Feuer entzündeten und spezielle Kräuter ins Feuer warfen um die Hexen am Fliegen zu hindern. 

Im 8. Jahrhundert hieß der Mai noch Weidemonat (wunnimanoth) , denn hier durften die Tiere wieder zurück auf die Weide. Der Name Mai selbst geht vermutlich auf die englische Göttin Maya zurück, die man als jungfräuliche Frühlingsgöttin und Göttin der Magie verehrte. Sie erlöste die Menschen aus der Winterstarre und gab ihnen Wachstum und Wärme. 

 

Ein wesentliches Symbol des Maibrauchtums ist der Maibaum. Dokumentiert ist er seit dem Jahr 1225 in Aachen. Üblicherweise wird er geschält, denn man wollte früher das Festsetzen der Hexen unter der Rinde unterbinden. Er hat seinen Ursprung vermutlich in keltischem Baumkult, in der Verehrung von Baumgottheiten, wurde allerdings erst nach der Christianisierung ins Volksbrauchtum aufgenommen. In Skandinavien wird der Baum üblicherweise erst zu Midsommar, also zur Sommersonnenwende geschmückt. 

Wie können nun wir die Walpurgisnacht feiern?

 Ich feiere sehr gerne am Lagerfeuer, mit Räucherkräutern, vielleicht noch einem Maitrunk. 

Maibowle: 

Für diesen Ansatz nehme ich Weißwein. Es besteht aber auch die Möglichkeit Apfelsaft zu nehmen, damit er kindertauglich und antialkoholisch wird. Für eine klassische Maibowle nimmt man meist Waldmeister, der mittlerweile in vielen Gärten zu finden ist. Man sollte beachten, dass er noch nicht blüht sowie dass man die abgepflückten Stiele kurz anwelken lässt und dann kopfüber 4 bis 6h in der Flüssigkeit ziehen lässt. Bei Bedarf lässt sich die Bowle dann noch mit Soda / Sekt spritzen – je nach Lust & Laune. Der angewelkte Waldmeister sollte dann nach Heu duften, der Duftstoff Cumarin macht es möglich In geringer Dosierung sorgt Cumarin für ein leichtes Beschwingtheitsgefühl, ein Zuviel des Guten führt jedoch leicht zu Kopfschmerzen und Schwindel. Daher ist Maibowle besonders an heißen Tagen nur in Maßen zu genießen. Für 1 Liter Bowle nimmt man ca. 10 bis 15 Stängel. 

Beltane -Räucherung:

 Hier eigenen sich Schwellenkräuter, die uns bei Übergängen begleiten, aber auch in dieser Zeit sogar ein bisschen aphrodisierend am besten, wie z.B. Traubenkirsche (Blüten), Baldrian (Blüten), Rosmarin (Kraut), Erdrauch (blühendes Kraut), Holunderblüten - helfen uns zu erden, schaffen aber insbesondere eine herzliche aber geschützte Athmosphäre, Rosenblüten -  herzöffnend,  Frauenmantel-Blüten sowie Waldmeister-Kraut  - stärken das Urvertrauen und regen die Fantasie an. Am besten Sie wählen nach  intuitiv. 

Ich hoffe ich kann Sie anregen, trotz aller Umstände ein wenig Raum zum Feiern zu finden. 

Frühlingspflanzen - Mythen und Volksheilkunde    12.03.2021

 

Viele Pflanzen begrüßen uns im Frühling mit frohen Farben und begleiten die Menschen schon seit Urzeiten. Bei vielen gibt es Mythen und Sagen , die faszinieren, interessieren und womöglich auch einen wahren Kern haben. Ein paar dieser Schätzchen möchte ich in dieser Ausgabe vermitteln. 

Gänseblümchen / Bellis perennis: 

Bereits die Germanen sahen in den kleinen Blüten die Sonne, die Göttin Freya, denn diese öffnen sich nur bei Sonnenschein, womit die Pflanze auch als Wetterzeiger verwendet werden kann.  Als Glücksbringer soll man die ersten 3 Blüten des Jahres verzehren. Sie sollen einen vor Krankheit bewahren. Und wenn sie am Johannistag (24.Juni) gepflückt werden, und in Papier gewickelt mitgenommen werden, sollen sie bei Geschäften oder wichtigen Besprechungen besonderes Glück bringen. Die Christen sahen in ihr die Tränen die Maria auf der Flucht nach Ägypten geweint haben soll. In der Volksheilskunde werden die Blüten vielfach verwendet. Als Tee können sie dank ihrer Saponine, mit Schlüsselblumenblüten in Kombination als Hustentee bei Kindern verwendet werden, der das Abhusten erleichtern kann. Als Tinktur, Salbe oder Teeumschlag wird sie gerne verwendet bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelbeschwerden , was ihr auch den Beinamen „Kleine Arnika “ eingebracht hat. Und als Wildgemüse ist sie natürlich auch ein wichtiger Bestandteil von Frühlingssalaten. Die ganze Pflanze, also Blüten und Blätter sind essbar und können auch ihren Platz in der 9 – Kräuter – Suppe finden. Die Knospen sollten unbedingt als Kapern eingelegt werden, schmeckt wirklich gut ! 

Schlüsselblume / Primula eliator: 

Die heimische Schlüsselblume hat noch eine seltene heilkräftigere Variante, die ihr ähnlich sieht - die Priluma Veris oder Echte bzw Arznei-Schlüsselblume. Bei uns findet man meist die zartgelbe Variante.  Der deutsche Name Himmelschlüssel wurde bereits im althochdeutschen  verwendet. Der Name kommt von der perferkten Passform der Blumenkrone in die Kehlchröhre. Aber  in Sagen erzählt man sich dass es der auf die Erde gefallene Schlüsselbund der Freya , oder später dann des Petrus wäre, der den Frühlingshimmel aufsperren soll. Vor Walpurgis gepflückte Blüten sollen krankem Vieh helfen. Haben die Blüten recht lange Stängel, soll die Ernte in diesem Jahr gut ausfallen.  Auch sollen die ersten Blüten des Jahres gegessen werden um der Natur zu zeigen, dass man bereit ist für die anderen Pflanzenschätze des Jahres. Und angeblich kann man mit den Blüten auch verborgene Schätze finden, aber manche wollen doch gar nicht gefunden werden, oder ? 
Aus den Blüten kann man Sirup machen und gemeinsam mit den Blättern machen sie sich auch gut in einem Frühlingssalat. Aber bitte nur in kleinen Mengen, da sie nicht überall wächst. Im Gebirge kann sie auch mit dem Petergstamm / Aurikel verwechselt werden, dass oft für Gärten zur Zierde ausgegraben wurde. In der Heilkunde werden die Wurzeln verwendet , da sie mehr Saponine enthalten. Diese regen als Wurzeltee  bei Infektionen der Atemwege zum Abhusten an, und werden daher oft für Kinder und ältere Menschen verwendet. Als Kombination empfiehlt sich dazu gut das Lungenkraut oder Thymian. Gerne verwendet sie die Volksheilkunde auch bei grippalen Infekten, da sie als leicht entzündungshemmend und magenschonend gelten.
 

Scharbockskraut/ Ranunculus ficaria  : 

Der Name der Pflanze soll von der Krankheit Skorbut kommen, hervorgerufen durch massiven Vit C – Mangel, an dem vor allem Seefahrer litten. Das Scharbockskraut enthält sehr viel Vitamin C und ist uns als eine der ersten Frühlingspflanzen ein Lieferant dafür. In alten Überlieferungen sah man in den gelben Blütensternen die Sonnengöttin Sunna oder auch Sol genannt. Es war auch die Sonne die das Tun der Germanen bestimmte. Es war der Kampf gegen den Winter, die Kälte, die Dunkelheit, die Sonnenwendfeste, die das Leben stark beeinflussten. Die Sonne gilt bei den Ahnen als Ursprung des göttlichen Funkens und so wurde ihr bei Festen dafür gedankt.  Bei den Germanen galt die Sonne, anders als bei anderen Kulturen als weiblich und  ist es im Sprachgebrauch bis heute bei den nordischen Sprachen geblieben. 
  Markant für das Scharbockskraut sind seine herzförmigen glänzenden Blätter und die glänzenden gelben Blütensterne, die auch das Ende der Genießbarkeit anzeigen. Das Scharbockskraut gehört zu den wenigen Hahnenfußgewächsen die als Wildgemüse geeignet sind, darf aber nur bis zur Blüte verwendet werden, da sonst der Alkaloidgehalt zu hoch wird. Aber davor sollte es in keinem Frühlingssalat fehlen.  Als Heilpflanze findet sie keine Verwendung mehr, da wir gottseidank kein Problem mehr mit Skorbut haben, da wir heute zu jeder Jahreszeit fast alles verfügbar haben und viele Mängel von früher heute kein Thema mehr sind. 

Lungenkraut / Pulmonaria officinalis: 

Manche von Ihnen werden es als Hänsel und Gretel kennen, das Pflänzchen mit den violetten und rosaroten Blüten. Die Blüten ändern ihre Farbe von Rosa zu Violett wenn sie von Bienen bestäubt worden sind., und zwar ändert sich der Säuregrad in der Blüte dadurch.  Also nix zweifarbig durch Zufall. 
In der Volksmedizin sah man früher in den weißen Punkten auf den Blättern die Tränen des Jesukindes, oder auch die Milch der heiligen Maria. Angeblich sollte man auch Sommersprossen bekommen, wenn man die Nase zu tief in die Pflanze steckte. Diese Eigenschaft sagt man aber auch anderen Frühlingspflanzen nach. Und manch einer nannte es auch Hirschkohl, da Jäger darüber berichteten, dass der Herr des Waldes es im Frühjahr gezielt gefressen haben soll.  In der Signaturenlehre (man glaubte in den gefleckten Blättern Ähnlichkeit mit Lungenflügel zu erkennen)  wurde es früher in der Volksmedizin bei Halsweh, Heiserkeit und Husten angewandt. Man kann sie mit anderen Pflanzen wie Isländisch Moos vulgo Graupen (auswurffördernd), Huflattich (schleimlösend) oder Eibischwurzel (schleimlösend) mischen, um bei Husten zu unterstützen.  Sie kann auch wunderbar als Wildgemüse in Frühlingssalate eingbaut werden, sowohl die Blüten als auch die jungen Blätter. 

Noch eine Sache: 

Ich möchte gerne darauf hinweisen, dass man immer nur so viel Pflanzen ernten bzw zubereiten soll, wie man auch verwenden kann. Auch macht die Dosis das Gift und Heilpflanzen sollten nicht als Dauer-Kur eingesetzt werden, hier empfehle ich unbedingt Einnahmepausen. Auch sollen meine Tipps nur als Anregung verstanden werden und können keinen Arztbesuch ersetzen. 
Ich wünschen Ihnen viel Freude beim Ausprobieren, bleiben sie gesund ! 
 
 


Kräuterkissen    18.01.2021

 

Letztes Jahr zu viele Kräuter geerntet ? Keine Ahnung was damit zu tun ist ? Gerade jetzt lassen sich die getrockneten Kräuter des letzten Jahres noch wunderbar verarbeiten , bevor in wenigen Wochen die frischen Frühlingskräuter kommen. Wie wäre es daher mit einem Kräuterkissen ?
 

Kräuterkissen eigenen sich sehr gut um beim Schlaf zu unterstützen, aber können ihren Platz auch auf der Couch finden, beim Lernen helfen oder mit auf Reisen gehen. Sie eignen sich aber auch als Geschenke, die man auch sehr gut mit Kindern zubereiten kann. Die enthaltenen ätherischen Öle sind für alle möglichen Zwecke einzusetzen. Verwenden kann man aber bei Bedarf ,falls es der Garten nicht hergegeben hat gute Qualität aus der Apotheke oder dem Kräuterfachhandel.  Man kann sie mit den verschiedensten Kräuter füllen, und sie von 6 Monaten bis zu 12 Monaten verwenden. Sie gelten als Heilmittel der Duftstoff- bzw. Aromatherapie. 

Für die Hülle kann man Stoffreste verwenden oder vorhandenen Überzüge doppelt nehmen. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Stoff nicht zu dick ist, damit die Duftstoffe nach außen können,  aber auch nicht zu dünn, damit die Kräuterbrösel nicht rausbröseln. Am besten eigenen sich Überzüge mit Reiß oder Klettverschluß. Bei Bedarf kann man auch Badesäckchen daraus machen, die allerdings nur einmal verwendet werden können. Hierbei reichen einfache Stoffsäckchen oder gar nur Waschlappen.  Ich gebe gerne reine Schafwolle oder nur Watte dazu wenn es weicher sein soll. 

Mischungsvorschläge: 

  • Schlafkissen: Dazu verwendet man Kräuter mit beruhigenden Eigenschafen zb. Lavendel, Dost, Rose, Zitronenmelisse, Waldmeister , Majoran, Beifuß, Hopfen. Aufbessern kann man vor dem Verschließen mit 1 – 2 Tropfen ätherischem Rosenöl oder Lavendelöl. Wenn vorhanden kann man auch Zirbenspäne hinzufügen. 


  • Lernkissen: Rosmarin, Zitronenverbene, Pfefferminze, Eberraute, Orangenschalen, Bohnenkraut 


  • Erkältungskissen: Kamillenblüten, Lavendel, Nadeln von Tanne, Fichte, Wacholder,  Hollerblüten, Salbei 


  • Kopfwehkissen: Pfefferminze, Mutterkraut, gemahlene Veilchenwurzel, Krauseminze, Lavendel, Zitronenmelisse 


  • Rheumakissennach Großmutters Art: Wurmfarnwedel… diese Kissen wurden früher bei Rheuma, Gicht, oder Kopfschmerzen unter die betroffenen Körperstelle gelegt oder sogar das ganze Bett damit ausgelegt. 


  • Aphrodisierendes Liebeskissen: Basilikum, gemörserter Fenchel, Zimt & Kardamon, Zitronengras, Damiana, Bohnenkraut, Basilikum, Vanille, Zitronengras, Rosenblüten, Rosmarin 


  • Mottenkissen: Sie können verwendet werden um die Wäsche vor gefräßigen Motten zu schützen, aber auch dekorativ in Bücherregalen arangiert werden. Lavendel, Thymian, Minze, Waldmeister, Eberraute, Beifuß, Salbei, Wermut, Rosen und verschiedenste duftende Pelargonienarten. 


Viel Freude beim Ausprobieren ! 

Pflanzen für die Seele – Helfer in der Dunkelheit 4.11.2020


Da diese Zeit für viele von uns nicht leicht ist, möchte ich Ihnen diesmal Pflanzen näher bringen, die unsere Stimmung heben, antidepressiv wirken können und uns unterstützen können, den dunklen Gedanken nicht zu viel Raum zu geben.

Da gibt es einige heimische Helferlein, die als  Tinktur, als Tee, geräuchert unterstützend wirken können. 

Baldrian (Valeriana officinalis): 


Die Baldrianwurzel ist eine anerkannte Arzneipflanze, die aufgrund ihrer Wirkstoffe sogar Katzen glücklich machen kann. Schon mal eine Wurzel gegraben und im Garten liegen gelassen ? Es wird nicht lange dauern und eine euphorisierte Katze wird darauf liegen. Bei uns Menschen hilft sie als Mittel zur Hemmung von Ängsten , Angststörungen, Nervosität und zur Förderung des Schlafes, der uns ja derzeit des öfteren geraubt wird. Auch bei Einschlafstörungen wirkt sie recht gut, und kann auch bei nervösen Magen-Darmproblemen krampflösend wirken. 

Anwendung:

o   Pulver: Die pulverisierte Wurzel kann einfach unter Speisen gemischt werden, vor allem fetthaltige Speisen machen die Inhaltstoffe am besten verfügbar. 

o   Tee: 1 Eßlöffel Wurzel mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und ca. 10 min ziehen lassen.  Aber maximal 2 bis 3 Tassen pro Tag und auch nur kurmäßig verwenden, dh. auch wieder einmal eine Behandlungspause einlegen. 

o   Bad: 2 Handvoll Wurzel in einem Stoffsäckchen ins Badewasser geben, und ca. 10 min Baden und danach rasch in Bett, denn hier wirkt es am besten einschlaffördernd. 

o   Räuchern: Die Wurzel gilt geräuchert als Lichtbringer, beruhigt und entspannt und sollte in der dunklen Jahreszeit in keiner Mischung fehlen. 

 

Johanniskraut (Hypericum perforatum):

Johanniskraut wirkt durch seine Inhaltstoffe antidepressiv. Das heißt diese Pflanze schafft es, die psychischen Kräfte der Sonne für uns zu nutzen.  Natürlich empfiehlt es sich, wenn möglich auch in der Natur Sonne zu tanken.  In der Schulmedizin wird es eingesetzt bei Angststörungen, Melancholie, Schlafstörungen, Depression und depressiven Verstimmungen. Es wird auch gern bei Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Achtung aber, es hat Wechselwirkungen mit manchen Medikamenten! Gewisse Herzmedikamente sowie die Pille dürften in ihrer Wirkung gestört werden.

 Anwendung: 

o   Rotöl: Aus den Blütenknospen des Johanniskrautes wird das bekannte Öl angesetzt. Hier haben manche von  Ihnen im Sommer vorgesorgt, ansonsten gibt es  das auch in guter Apothekenqualität. Aber Achtung, nicht nach dem Einölen ein Sonnenbad nehmen.  Es kann auch gut bei Spannungskopfschmerzen angewendet werden. 

 

o   Räuchern: Die gelben Blütenblättchen verleihen jeder Mischung eine heitere und fröhliche Ausstrahlung, die mit ihrem würzig-krautigen Duft trübe Gedanken verscheuchen. Es ist außerdem Bestandteil für atmosphärisch reinigende Räucherungen, um schwere Energien aufzulösen. 

Womit kann Johanniskraut beim Räuchern gemischt werden? Es verträgt sich gut mit Mädesüß, Süßgras, Beifuß.

o    Präparate: Hierzu wenden Sie sich bitte an die Apotheke, die sicher gerne beratend zur Seite steht. 

o   Tee: Der Teeaufguss kann auch eingenommen werden, zeigt aber keine so starke Wirkung, da sich der Inhaltsstoff Hyperforin nicht so gut herauslösen lässt.


Zitronenmelisse (Melissa officinalis): 

Die Melisse ist eine beruhigend und angstlösend wirkende Pflanze.
 Sie wirkt dementsprechend sehr gut bei Angstzuständen und Schlafproblemen! Sehr wirksam ist eine Kombination von Melisse und weiteren ähnlich wirkenden Kräutern.
 Als Beruhigungs- und Schlafmittel wird oft eine Kombination aus Melisse, Baldrian und Hopfen angewandt. Möchte man eine angstlösende, antidepressive Wirkung erreichen, kombiniert man Melisse und Lavendel!

Alternativ gibt es auch viele Fertigpräparate, die Melissenextrakt (und oft auch weitere Pflanzen) enthalten. 

Um eine entsprechende Wirkung zu verspüren, muss man Melissenpräparate über einen Zeitraum von  mindestens etwa zwei bis drei Wochen täglich einnehmen.

Anwendung: 

 

o   Am Einfachsten ist eine Teezubereitung, die auch Kindern gut schmeckt und beim Einschlafen sehr gut hilft.

o   Auch in einem Kräuterkissen kann es gut wirken auch in Kombination mit oben genannten Kräutern. 

Sie sind ein Tee-Trinker? Dann empfiehlt sich kurmäßig auch noch folgende Kräuter:  Einfach nach Geschmack zusammenstellen und mit den vorhin genannten Kräutern kombinieren.

-        Wermut-Kraut / Tausendgüldenkraut / Engelwurz-Wurzel:  Die enthaltenen Bitterstoffe beleben / tonisieren . Die Engelwurz passt auch geräuchert gut zum Johanniskraut.

-        Rosmarin / Thymian: Sie wirken kreislaufunterstützend.

Bis zum nächsten Mal, herzlichst Ihre Waltraud Auer

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 Antivirale Kräuter & das Immunsystem 

Was tun antivirale Kräuter und wie kann ich mein Immunsystem stärken? 

Zum besseren Verständnis überlegen wir kurz: Weshalb hat eine Pflanze denn antibakterielle, antiseptische, desinfizierende und viruzide Eigenschaften? Zum Selbstschutz vor Mikroorganismen, Viren, Bakterien, kurzum: Angreifern. Die Angreifer auf eine Pflanze sind oft mikroskopisch. Bei der „Attacke“ setzt die Pflanze einen antibakteriellen, antiviralen oder fungiziden schützenden Stoff frei. Dieser reagiert mit der Zelle des Angreifers und tötet ihn oder wehrt ihn zumindest ab. Die antivirale Wirkung beim Menschen sieht dabei so aus: ein Virus will sich an eine menschliche Zelle andocken, und dort vermehren. Das geschieht vor allem bei Erkältungskrankheiten im Hals-und Rachenbereich. Das Immunsystem rast herbei und bekämpft den Virus und kommt dabei manchmal aus dem Gleichgewicht. Es attackiert zusätzlich eigene, gesunde Zellen. So kann ein dummer Erkältungsvirus eine fiese Lungenentzündung auslösen. Das Immunsystem ist aus dem Gleichgewicht, Bakterien gewinnen die Oberhand. Begleitend zum viralen Infekt kann es nun noch zu einer Bronchitis kommen. Schauen wir uns einmal die Behandlung an: Viren werden heute mit spezifischen, meist synthetisch / künstlich hergestellen Virustatika bzw. viruswirksamen Stoffen bekämpft. Eine direkte Wirkung tritt ein. Diese Wirkung werden wir mit einem Kräutertee nicht erreichen. Wir müssten Massen an Kräutern verspeisen, um einen gleichen Effekt zu erzielen. Da aber Pflanzen nie nur EINEN Inhaltsstoff, sondern ein Gemisch aus Sekundärstoffen enthalten, wäre das keine gute Idee: Leben und Tod liegen in der Dosis, wir müssten bei Überdosierung mit Kräutern mit Übelkeit, Erbrechen oder Hautauschlägen usw. Rechnen. Was können dann aber die vielen antiviralen Kräuter für uns tun? Der Virus selbst wird nicht effektiv angegriffen und lahmgelegt. Antivirale Kräuter können stattdessen einen Virus daran hindern, sich an der menschlichen Zelle anzusiedeln und zu vermehren. Das ist nämlich das was passiert: Beispielsweise der Influenza-Virus setzt sich an der menschlichen Zelle fest (Wirtszelle), interagiert mit ihrem Zellkern und vermehrt sich. Die „Klone“ werden frei und können über Tröpfcheninfektion an andere Menschen weitergegeben werden. Der infizierte Körper geht in Immunabwehr und gerät aus der Balance. Ist die Immunabwehr geschwächt, können begleitende Krankheiten auftreten. Das Ziel der Phytotherapie mit antiviralen Kräutern ist es also, die Virenansiedlung zu reduzieren: Bist du Viren ausgesetzt, können sich diese also nicht so gut vermehren, dein Immunsystem bleibt gestärkt und kann die Infektion normal bekämpfen.
Daher noch einige Tips aus der Hexenküche um das Immusystem zu stärken.
 - Kren: Wurzel fein reiben und in Honig einlegen und ein paar Tage ziehen lassen, bei Bedarf einen Teelöffel einnehmen. Im Kren stecken Senföle, die nachweislich gegen Bakterien, Pilze und Viren wirken, die zum Beispiel Atemwegs- und Harnwegsinfekte verursachen können. Auch sind die scharfen Öle in der Lage, das Immunsystem zu stimulieren, Der Honig hingegen wirkt noch dazu antibakteriell und daher ist diese gesunde Kombi sehr zu empfehlen.

 - Ingwer: viel frisch verwenden in der Küche oder einfach mal mit heißem Wasser aufgießen und als Tee genießen. Wirkt ähnlich wie der Kren und noch dazu wärmend, was in der kalten Jahreszeit von Vorteil ist. - Hagebutte: Die Hagebutte wird am besten als Marmelade oder als Pulver konsumiert. Der große Gehalt an Vitamin C sowie eine großartige Wirkstoffkombination helfen bei Erkältungen und unterstützen das Immunsystem. 
- Thymian: Ein wirksamer Helfer für ein starkes Immunsystem. Er steckt voller ätherischer Öle und Zink und lässt sich getrocknet zum Würzen, als Öl oder Tinktur anwenden. Mit Wasser aufgegossen, ergibt Thymian einen wunderbaren Tee für ein starkes Immunsystem und vor allem bei Hustenreiz zur Beruhigung.
 - Holler: Der Saft der Hollerbeeren wirkt immunstimulierend und kann im Herbst als Suppe oder Gewürztee gut als Vorbereitung für die Grippezeit genommen werden. 

Der Holler 

 Heute erzähle ich etwas über den Schwarzen Holunder / Sambucus nigra. Eine Pflanze, die uns Menschen schon sehr lange begleitet. Früher stand bei jedem Bauernhof ein Hollunder, der eine wahre Apotheke ist. Die Damen mussten einen Knicks machen, die Herren den Hut lüften. Es war auch bei Strafe verboten, den Holler umzuschneiden, aus Ehrfurcht vor dieser heilsamen Pflanze, der man nachsagt, dass Frau Holle in ihr wohnt. Auch vielen Kindern ist der Holler bekannt. Im Englischen heißt die Pflanze Eldertree, und bei Harry Potter ist der mächtigste Stab der Elderstab. Name: „Sabucus“ war der Name des Hollers bei den Römern, der dann zu „Sambucus“ wurde, ohne dass man den Namen sinnvoll erklären kann. Der deutsche Name „Hollunder“ entstand wahrscheinlich aus „hold“ und dem germanischen „dra“, was viel andere Gehölzarten der Germanen beschrieb. 


Heilkunde: Der ganze Busch ist eine wahre Hausapotheke. 


  • Blätter: Blutreinigunsgtee, frische Blätter werden bei Kopfweh auf den Kopf aufgebunden
  • Blüten: immunstimmulierend, stärkt die Immunabwehr, als Tee im Oktober und November 2-3 mal die Woche trinken ➝ wärmend. Die Blüten beim Trocknen knapp abzwicken und in Gläsern lagern. 
  • Beeren: roh genossen verursachen sie Übelkeit und Brechreiz, dampfentsaftet (+ 1-2 min aufgekocht) wirken sie im Winter wunderbar bei Erkältung, Kindern kann man den Trunk mit Holunderblüten-Sirup aufwerten. 

Mus: hilft bei Erkältungen und Husten. Im September & Oktober kann man sich durch die Einnahme von Beerensaft 3 mal die Woche für die Dauer 1 Monats für den Winter fit machen. Aufgrund seines hohen Andocyan-Gehalts wird Beerensaft als Ausgangststoff für Lebensmittelfarben hergezogen. 


  •  Rinde: Die abgeschabte Rinde und die zerkleinerten Wurzeln des Lieblingsbaumes der Frau Holle waren als wirksame Mittel eingesetzt, um die Harnausscheidung anzuregen. Sie werden auch heute noch bei Harnverhalten und zum Entwässern bei Wasseransammlungen im Körper angewendet.


 Attich: Zwergholunder oder Attich wird trotz abführender & schweißtreibender Wirkung kaum mehr eingesetzt. Bei Einnahme größerer Mengen ist mit heftigem Erbrechen und Durchfällen zu rechnen. 


Roter Holunder (Sambucus Racemosa): Man findet ihn in den Alpen aufsteigend bis ca. 2300 m, das austreibende Holz ist rötlich, die Blüten sind 5-zählig, in aufrechten, fingerlangen Rispen. Die Beeren sind im Vergleich zum schwarzen Hollunder rot glänzend, ansonsten wird der rote Holunder gleich eingesetzt wie der Schwarze.
Unbedingt auch Blüten zum Räuchern Trocknen, denn die Hollerblüte wirkt stimmungsaufhellend und schafft eine fröhliche Atmosphäre. Ebenso kann das Mark der Äste geräuchert werden, vor allem an Schwellentagen oder wenn ein anderer Übergang ansteht.


 Rezepte: 

Winterpunsch mit Hollersirup: Blütentee, Beerensaft, Ingwer & Nelken

Hollersuppe: mit Salbei ➝ Beeren kochen, Nelken & Wasser dazu, dann passieren, und mit Zimt Honig und Salbei abschmecken 


Hollerkoch: 250g Hollerbeeren, 70g Feinkristallzucker, 100g Zwetschken (in Stücke geschnitten), 100g Äpfel (in Spalten geschnitten), 250ml Wasser (Orangen- oder anderer Fruchtsaft), 40ml Rotwein, 1 Prise Zimt (gemahlen), 1 Prise Nelken (gemahlen), 1 Prise Zitronenschalen, 10g Vanillezucker, 15ml Rum (nach Geschmack), 30g Maisstärke Zubereitung: Sämtlichen Zutaten aufkochen, abschmecken, angerührte Stärke einrühren und nochmals kochen. Hollerkoch warm oder kalt servieren. Viel Freude mit dem Holler und nutzen Sie die Möglichkeit, diese Apothekenpflanze kennenzulernen und Ihr Immunsystem rechtzeitig auf den Winter vorzubereiten! 
Ihre Waltraud Auer  

Sonnwendkräuter 7.7.2020

Vieleicht haben Sie schon einmal von den sogenannten Sonnwendkräutern gehört ? Das sind die Kräuter, die um die Zeit des 21. Juni (Sonnenwende) oder 24. Juni (Johannis )gepflückt werden . Man spricht den Kräuterbüscheln zu dieser Zeit große Kraft zu, da sie zu der Zeit blühen, wenn die Sonne am höchsten steht. Mit diesen Kräutern kann man die Kraft der Sonne in den Winter mitnehmen. Lange Zeit sah man sie als Allheilmittel und Universalschutz. Kranke bekamen sie ins Essen, man hängte sie übers Ehebett, gab kranken Tieren davon zu essen, genosse sie als Tee, als Räucherung. Üblicherweise sind es 3mal3 Kräuter, da die Zahl der 3 für die nordischen Schicksalgöttinen stand. Welche Kräuter passen nun in einen Sonnwendbuschen ?



- Dost/ Origanum vulgare / Wilder Majoran: Bei uns gut bekannt, wächst gerne am Waldrand. Wird gerne als Würzkraut verwendet, aber auch geräuchert und als Tee gut für die Erdung, wärmt die Seele und beruhigt die Nerven.



- Baldrian/ Valeriana officinalis: Der Tee und die Tinktur nehmen die Sorgen , beruhigen die Träume. Geräuchert wirken sie liebesfördernd , lichtbringend, lassen uns besser schlafen, und fördern die Selbstachtung



- Eisenkraut / Verbena officinalis: Das Diplomatenkraut. Die Wurzel wurde gerne als Amulett bei unangenehmen Gesprächen mitgeführt um das Gespräch zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. In der Phytotherapie wird es zur Stärkung der Wehentätigkeit eingesetzt, meine alte Hebamme hat auf das ätherische Öl geschworen. Ebenso wird es gern zur Förderung von Eisprung und Empfängnis verwendet. Geräuchert verwende ich es gerne zum Spannungen lösen, zB nachStreit oder Gewittern. Aber auch bei Erschöpfung oder wenn Ängste durchs Hirn geistern.



- Johanniskraut / Hypericum perforatum: Der Lichtbringer schlechthin, da es als Tee gerne bei leichten Depressionen wirkt. Aber auch als Räucherungen wirkt es in diese Richtung. Aber Achtung , diese Pflanze kann die Wirkung der Antibabypille aussetzen! Das bekannte Rotöl ist ein toller Helfer bei Sonnenbrand und Narben, aber bitte niemals vor dem Sonnenbaden verwenden. Da es die Haut photosensibiliert kann es in der Sonne zu Verbrennungen führen.



- Schafgarbe/ Achillea millefolium: Ein Frauenkraut für den Unterleib. Blutreinigend und vielfach eingesetzt bei Krampfbeschwerden im Magen - Darm – Bereich, Menstruationsprobleme (Krämpfe, zu starke Blutung), Appetitlosigkeit, Blähungen, asl Tee , Urtinktur, Öl. Geräuchert wirkt es bei negativen Energien, fördert die Zentrierung und feinstoffliche Wahrnehmung.



- Kamille / Matricaria chamomilla : In der Phytotherapie wird sie vielfach als Breitbandantibiotikum bei Entzündungen von Haut & Schleimhaut eingesetzt. Sie wirkt beruhigend und krampflösend, sei es als Tee, Bad, Wickel oder ätherisches Öl. Geräuchert kann sie unterstützen bei Stress und nervösen Anspannungen.



- Beifuß/ Artemisia vulgaris : Das Hauptkraut von früheren Sonnwendgürteln, altes Heilkraut das seit Jahrtausenden verwendet wird. In der Medizin ist es als krampflösend, entgiftend und kreislaufanregend bekannt. Als Schamanenpflanze wird der Beifuss schon lang verwendet zur Reinigung von Ritualplätzen, Wohnungen, Personen,..



Folgenden Pflanzen können noch ihren Platz im Sonnwendbuschen finden, Odermenning, Zittergras, Rotklee, Frauenmantel, Heckenrose,.. 



Ihrer Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt ! Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und einen wunderbaren Sommer mit viel Sonne im Herzen.